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Gedankensplitter zur Ausbildungsfrage

QualifizierungsfragenPosted by Detlef Diskowski Mon, May 27, 2013 21:56:32

Im Moment beschäftigen mich stark Fragen der Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte. Ich versuche, dieser zuweilen kurzschlüssigen und oft nur Bekanntes-wiederkauenden Debatte ein paar nachdenkliche und zuweilen radikale Impulse entgegen zu setzen. Viele Veröffentlichungen in Schrift und Rede scheinen mir vorrangig von Statusfragen getrieben zu sein; und leider sind das oftmals nicht einmal Sorgen um den Status der ErzieherInnen, sondern drücken vielleicht eher das Bemühen aus, den Status der Disziplin, der Ausbildungsstätte zu behaupten. Zuweilen drängt sich der Eindruck auf, es machten sich womöglich die Fachschul-, Fachhochschul- und Hochschullehrer mehr Sorgen um die eigene Bedeutung und den eigenen Status - als dass es um das Ansehen der ErzieherInnen ginge.

Die zentrale Frage gerät dabei in den Hintergrund: Was macht Menschen zu guten PädagogInnen? Das ist eine so einfache, wie schwer zu beantwortenden ... und vielleicht deshalb so selten gestellte Frage! Ich bezweifle, ob wir auf der Basis der Antworten, die in der Fachdebatte gegeben werden (man schaue nur auf die Kompetenzkataloge u.ä.), private und persönliche Entscheidungen über die ErzieherIn der eigenen Kinder treffen würden. Worauf lägen wir bei einer solchen persönlichen Entscheidung wohl Wert? Sind das die in den Kompetenzkatalogen genannten Merkmale???

Mir scheint, hier spielen andere Gesichtspunkte eine Rolle und vielleicht wäre das ein Ausgangspunkt für weitere Überlegungen zum Kern erzieherischer Kompetenz?

www.diskowski.de


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Posted by Katrin Fri, September 29, 2017 10:47:26

Die Frage nach dem Status von pädagogischen Fachkräften treibt mich auch schon lange umher. Ich frage mich, wie ein Beruf - besser eine Berufung, die kleine Menschen beim Start in ihr Leben begleitet und unterstützt und zum zeitweisen Familienersatz wird, so wenig Anerkennung in unserer Gesellschaft erhält.

Vielleicht hängt es noch mit dem "alten" Bild einer ErzieherIn zusammen: "die spielen nur und trinken Kaffee"- was dazu führt, dass in einigen Kitas die morgendliche Tasse Kaffee unerwünscht ist.

Gerade deshalb ist es so wichtig, was die heutige Ausbildung zu diesem Bild beitragen kann. Werden in der Ausbildung wichtige Inhalte vermittelt, die in der Praxis angewandt und erprobt werden? Und welche Kompetenzen muss ein Mensch mitbringen, wenn er diese vereinen will? Viel wichtiger scheint mir jedoch, das angehende pädagogische Fachkräfte einen gewissen Habitus mitbringen und soziale Kompetenzen, die ihnen den flexiblen und individuellen Umgang mit kleinen und großen Menschen erleichtern. Noch vor Beginn der Ausbildung scheint mir ihr Menschenbild sehr entscheidend für ihre weitere Arbeit mit Kindern und Familien.
Der Fachschule schreibe ich in diesem Sinne eine ebenso wichtige Aufgabe zu, sie sollte praktisch erlebte Erfahrungen aufgreifen und unter dem Gesichtspunkt, der Entwicklung einer professionellen pädagogischen Haltung reflektieren. Ich könnte mir vorstellen, dass so auch Menschen, die für diesen Beruf weniger geeignet sind, dies rechtzeitig erkennen und sich nach einer Tätigkeit umschauen die ihnen besser liegt. Im Sinne unserer Kinder, unserer Zukunft und unserer Gesellschaft sollten wir nicht jede/n PädagogIn halten, nur um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Wir arbeiten mit Menschen- da scheinen Herz und Verstand, Intuition und Empathie wichtige Kompetenzen zu sein, die sich nicht greifen lassen- mit dem richtigen theoretischen Wissen aber ausbilden lassen.